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Hüftgelenksdysplasie beim Hund

Wie eine HD im ersten Lebensjahr entsteht, welche Anzeichen dafür sprechen, was die Grade A bis E bedeuten – und welche Maßnahmen den Verlauf tatsächlich beeinflussen.

GelenkeRedaktionell geprüfter Ratgeber

Die Hüftgelenksdysplasie ist die am häufigsten befundete Skeletterkrankung des Hundes. Sie beschreibt eine Fehlentwicklung von Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) und Oberschenkelkopf (Femurkopf), bei der beide nicht mehr passgenau ineinandergreifen. Das Gelenk wird instabil, der Knorpel verschleißt schneller als vorgesehen, und langfristig entsteht eine Arthrose.

Wie eine HD entsteht

Welpen kommen mit anatomisch unauffälligen Hüftgelenken zur Welt. Die Fehlentwicklung geschieht erst im Wachstum, überwiegend in den ersten sechs bis zwölf Lebensmonaten. In dieser Phase besteht das Gelenk noch weitgehend aus Knorpel und weichem Knochen; Pfanne und Kopf formen sich gegenseitig aus. Passt die Belastung nicht zur Belastbarkeit des Gewebes, verformen sich beide.

Als Einflussgrößen gelten heute:

Symptome: was auffällt und was nicht

Das Tückische an der HD ist, dass Befund und Beschwerden nur lose zusammenhängen. Es gibt Hunde mit deutlichem Röntgenbefund und ohne jede Lahmheit – und Hunde mit leichtem Befund und erheblichen Schmerzen. Aufmerksam werden sollte man bei:

Diagnose und Befundung

Die Diagnose erfolgt über eine Röntgenaufnahme in gestreckter Rückenlage, in der Regel unter Sedierung, frühestens ab dem zwölften Lebensmonat, bei sehr großen Rassen ab dem 18. Monat. Die gutachterliche Befundung nach dem in Europa üblichen FCI-Schema kennt fünf Stufen:

GradBezeichnungBedeutung
Akein Hinweis auf HDGelenk unauffällig
BÜbergangsformgeringe Abweichung, klinisch meist bedeutungslos
Cleichte HDerkennbare Inkongruenz, oft lange beschwerdefrei
Dmittlere HDdeutliche Veränderungen, häufig arthrotische Anzeichen
Eschwere HDausgeprägte Fehlstellung mit Arthrose

Weil die Aufnahme nur die Hüfte zeigt, bleiben Veränderungen an Schulter, Ellenbogen oder Knie dabei unentdeckt. Bei einem lahmen Hund lohnt deshalb der Blick auf das gesamte Skelett – mehr dazu unter Skelett- und Gelenkerkrankungen.

Was man tun kann

Eine bestehende Fehlform lässt sich nicht zurückbilden. Der Verlauf lässt sich aber erheblich beeinflussen:

Prävention beginnt vor dem Befund. Wer einen Welpen einer großwüchsigen Rasse aufzieht, entscheidet in den ersten zwölf Monaten mehr über die Gelenke seines Hundes als in allen Jahren danach. Die konkreten Werte stehen unter Welpen: Ernährung und Wachstum.