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Welpen: Ernährung und Wachstum

Ein Welpe soll seine Endgröße erreichen – nur langsamer. Warum das die wirksamste Gelenkvorsorge überhaupt ist und wie es praktisch funktioniert.

ErnährungRedaktionell geprüfter Ratgeber

Das erste Lebensjahr entscheidet über das Skelett eines Hundes. In dieser Zeit verzehnfacht ein Welpe einer großen Rasse sein Geburtsgewicht, während Knorpel und Wachstumsfugen noch weich sind. Alles, was in dieser Phase zu viel oder zu schnell geht, hinterlässt Spuren, die sich später nicht mehr korrigieren lassen.

Die zentrale Regel: langsam ist besser

Ein Welpe soll seine genetisch angelegte Endgröße erreichen – aber später statt früher. Das Endmaß wird durch restriktive Fütterung nicht kleiner, es wird nur langsamer erreicht. Genau das entlastet die Gelenke in der empfindlichsten Phase.

In den bekannten Langzeituntersuchungen an Wurfgeschwistern zeigte die Gruppe, die zurückhaltend gefüttert wurde, deutlich weniger Hüftgelenksbefunde – und lebte im Mittel länger als die Gruppe, die nach Belieben fressen durfte. Kein Zusatzstoff und kein Ergänzungsfutter erreicht diesen Effekt.

Energie: die Menge macht es

Futter zur freien Verfügung (ad libitum) ist bei wachsenden Hunden großer Rassen die ungünstigste aller Varianten. Stattdessen:

Calcium: der klassische Fehler

Der wachsende Hund kann Calcium im Darm nur begrenzt regulieren. Ein Überschuss wird aufgenommen und stört die Umbauvorgänge an den Wachstumsfugen – mit Folgen für Hüfte, Ellenbogen und Knorpel. Deshalb gilt:

Die Zusammenhänge zwischen Überversorgung und Skelettschäden sind unter Skelett- und Gelenkerkrankungen im Detail beschrieben.

Bewegung im Wachstum

Bewegung ist notwendig – sie baut Muskulatur auf, die das Gelenk stabilisiert. Entscheidend ist die Art:

GünstigUngünstig im ersten Jahr
freies Spiel auf griffigem Boden, mit PausenRadfahren am Fahrrad, erzwungene Ausdauerstrecken
Spaziergänge in kurzen Einheiten, mehrmals täglichlange Märsche ohne Pause
Schnüffel- und Suchspielewiederholte Sprünge ins Auto oder über Hindernisse
langsames Treppensteigen, kontrolliertTreppenrennen, glatte Böden

Die verbreitete Faustregel »fünf Minuten Spaziergang je Lebensmonat, zweimal täglich« ist kein Naturgesetz, aber eine brauchbare Bremse gegen Überforderung.

Der Futterwechsel zum erwachsenen Hund

Der richtige Zeitpunkt hängt vom Endgewicht ab, nicht vom Kalender: kleine Rassen etwa mit neun bis zwölf Monaten, mittelgroße mit zwölf bis 15, große und sehr große Rassen erst mit 18 bis 24 Monaten. Der Wechsel selbst sollte über fünf bis sieben Tage schrittweise erfolgen. Grundlagen dazu unter Ernährung und Fehlernährung des Hundes.

Kurz gefasst: Schlank halten, Menge abwiegen, nichts supplementieren, Belastung dosieren. Vier Regeln, die im ersten Lebensjahr mehr für die Gelenke tun als jede spätere Behandlung.