Die Katze ist kein kleiner Hund. Sie ist ein obligater Karnivore – ein Fleischfresser, dessen Stoffwechsel zwingend auf tierische Nahrung angewiesen ist. Aus dieser Tatsache folgen fast alle Besonderheiten der Katzenernährung.
Was die Katze zwingend braucht
- Taurin. Die Katze kann diese Aminosulfonsäure kaum selbst bilden. Ein Mangel führt zu Netzhautdegeneration und einer Erkrankung des Herzmuskels. Taurin steckt in tierischem Gewebe und wird kommerziellem Katzenfutter zugesetzt.
- Arachidonsäure und Vitamin A. Beides kann die Katze nicht aus pflanzlichen Vorstufen herstellen – Beta-Carotin nützt ihr nichts.
- Hoher Proteinanteil. Der Eiweißstoffwechsel der Katze lässt sich nicht herunterregeln; sie baut auch bei knapper Fütterung weiter Protein ab.
Eine rein pflanzliche Ernährung ist bei der Katze mit ihrem Bedarf nicht vereinbar. Und: Hundefutter ist für Katzen dauerhaft ungeeignet – es enthält zu wenig Protein, kein zugesetztes Taurin und ein anderes Vitaminprofil.
Nass- oder Trockenfutter?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, aber gut strukturieren:
| Nassfutter | Trockenfutter | |
|---|---|---|
| Wassergehalt | rund 75 bis 85 Prozent | etwa 8 bis 10 Prozent |
| Vorteil | deckt einen großen Teil des Flüssigkeitsbedarfs mit, sättigt bei geringerer Energiedichte | lange haltbar, portionierbar, für Futterspiele geeignet |
| Nachteil | angebrochen nur kurz haltbar, teurer je Kalorie | begünstigt bei knapper Trinkmenge eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme |
| Achten auf | »Alleinfuttermittel« – viele Sorten sind nur Ergänzungsfutter | Portionen abwiegen; freier Zugang führt schnell zu Übergewicht |
In der Praxis bewährt sich häufig eine Kombination mit Schwerpunkt auf Nassfutter, ergänzt um eine abgewogene Trockenfutterportion für Futterspiele. Entscheidend ist weniger die Form als die Gesamtmenge.
Wasseraufnahme
Katzen stammen von Wüstentieren ab und haben einen schwach ausgeprägten Durstreflex. Eine dauerhaft knappe Flüssigkeitsaufnahme belastet die Nieren und begünstigt Harnwegserkrankungen. Was hilft:
- mehrere Wasserstellen in der Wohnung, abseits von Futternapf und Katzenklo
- breite, flache Schalen – Schnurrhaare sollen den Rand nicht berühren
- Trinkbrunnen: Viele Katzen bevorzugen bewegtes Wasser deutlich
- keine Milch. Ausgewachsene Katzen vertragen Laktose meist schlecht
Gewicht im Blick behalten
Übergewicht ist auch bei der Katze das häufigste Ernährungsproblem und der wichtigste Risikofaktor für Diabetes mellitus. Prüfen Sie monatlich: Rippen unter leichtem Druck tastbar, von oben eine erkennbare Taille hinter dem Rippenbogen, von der Seite ein leicht ansteigender Bauch. Ein hängender Bauchlappen allein ist übrigens normal und kein Fettdepot.
Wichtig: Eine Katze darf niemals abrupt hungern. Selbst wenige Tage ohne Nahrung können zu einer lebensbedrohlichen Fettleber (hepatische Lipidose) führen. Gewichtsreduktion gehört deshalb tierärztlich begleitet und läuft über Monate, nicht über Wochen.
Häufige Fragen
Warum frisst meine Katze Gras?
Gelegentliches Grasfressen ist normales Verhalten und unterstützt vermutlich das Hervorwürgen von Haarballen. Problematisch wird es, wenn eine Katze häufig frisst und erbricht – dann gehört sie untersucht. Wichtig: Viele Zimmerpflanzen sind giftig. Bieten Sie stattdessen Katzengras oder Zyperngras an.
Zuckerfreie Ernährung?
Zucker hat im Katzenfutter nichts zu suchen – Katzen können Süßes nicht einmal schmecken. Zugesetzte Zucker dienen der Optik der Soße. Achten Sie in der Zusammensetzung auf Begriffe wie Zucker, Karamell, Melasse oder Glukosesirup.
BARF für Katzen?
Rohfütterung ist möglich, aber fehleranfällig. Ohne berechneten Ausgleich von Calcium, Taurin, Vitamin A und Jod entstehen binnen Monaten Mangelzustände. Wer roh füttern will, sollte die Ration fachlich berechnen lassen und Hygieneregeln beim Umgang mit rohem Fleisch strikt einhalten.
Ergänzend: Katzenpflege und Hygiene behandelt Fell, Krallen, Zähne und Katzenklo – Fertigfutter verstehen erklärt, wie die Deklaration auf der Dose zu lesen ist.