Pflege ist beim Hund kein kosmetisches Thema. Fell, Ohren, Zähne, Krallen und Pfoten sind die Stellen, an denen sich beginnende Probleme zuerst zeigen – und an denen sich mit wenigen Minuten pro Woche die meisten davon vermeiden lassen.
Fell und Haut
Wie oft gebürstet werden muss, hängt vom Felltyp ab, nicht von der Jahreszeit:
| Felltyp | Rhythmus | Werkzeug |
|---|---|---|
| Kurzhaar | ein- bis zweimal pro Woche | Gumminoppen-Striegel, weiche Bürste |
| Stockhaar mit Unterwolle | zwei- bis dreimal pro Woche, im Fellwechsel täglich | Unterwollkamm, grobzinkiger Kamm |
| Langhaar | täglich | Zinkenbürste plus Metallkamm zur Kontrolle |
| Rauhaar | wöchentlich, Trimmen alle zwei bis drei Monate | Trimmmesser, Zupffinger |
| Lockenfell | alle zwei Tage | Zinkenbürste, Schur alle acht bis zwölf Wochen |
Gebadet wird nur, wenn es einen Anlass gibt. Jedes Bad entfernt Hautfett; zu häufiges Waschen führt zu trockener, schuppiger Haut und paradoxerweise zu mehr Geruch. Für die meisten Hunde reicht zwei- bis viermal im Jahr. Verwenden Sie ausschließlich Hundeshampoo – menschliche Produkte haben einen falschen pH-Wert. Nach dem Bad gründlich ausspülen und in Falten und Achseln trocken tupfen.
Zähne
Zahnstein und Zahnfleischentzündungen betreffen einen Großteil der erwachsenen Hunde. Der einzige wirklich wirksame Schutz ist mechanisches Putzen – idealerweise täglich, mindestens dreimal pro Woche, mit Hundezahnpasta (niemals mit menschlicher: Fluorid und Xylit sind für Hunde problematisch). Gewöhnen Sie den Hund schrittweise über Wochen daran: erst Finger am Zahnfleisch, dann Fingerling, dann Bürste. Kauartikel und Zahnpflegesnacks unterstützen, ersetzen das Putzen aber nicht.
Anzeichen für Handlungsbedarf: deutlicher Maulgeruch, gerötetes oder blutendes Zahnfleisch, bräunliche Beläge an den Backenzähnen, einseitiges Kauen.
Ohren
Gesunde Hundeohren brauchen keine Reinigung. Kontrolliert werden sollten sie trotzdem wöchentlich, besonders bei Schlappohren und stark behaartem Gehörgang. Wenn gereinigt wird, dann nur der sichtbare Bereich der Ohrmuschel – mit einem Reiniger aus der Tierarztpraxis auf einem Tuch, nie mit Wattestäbchen im Gehörgang. Dunkler, krümeliger oder streng riechender Ausfluss, Kopfschütteln und Kratzen gehören abgeklärt: Häufig steckt eine Futtermittelunverträglichkeit oder Allergie dahinter (siehe Ernährung des Hundes).
Krallen
Krallen sind zu lang, wenn sie im Stand den Boden berühren oder auf Fliesen klackern. Geschnitten wird mit einer Krallenschere in kleinen Schritten schräg von unten, mit deutlichem Abstand zum durchbluteten Leben. Bei dunklen Krallen tastet man sich in mehreren kleinen Schnitten vor. Blutstiller sollte griffbereit liegen. Die Wolfskralle an der Innenseite hat keinen Bodenkontakt und wächst deshalb oft ein – sie braucht besondere Aufmerksamkeit.
Pfoten – besonders im Winter
- Haare zwischen den Ballen kürzen: Dort verklumpen Schnee und Streusalz.
- Nach dem Spaziergang mit lauwarmem Wasser abspülen und trocknen.
- Ballen mit Pfotenbalsam oder Melkfett pflegen, wenn sie rau werden.
- Im Sommer die Bodentemperatur mit dem Handrücken prüfen: Asphalt kann Verbrennungen verursachen.
- Schnitte, Fremdkörper und Grannen zwischen den Zehen regelmäßig kontrollieren.
Tierhaare in der Wohnung
Konsequentes Bürsten außerhalb der Wohnung reduziert die Menge am wirksamsten. Ergänzend helfen ein Sauger mit HEPA-Filter, ein Gummiabzieher für Teppiche und Polster sowie feuchte Einweghandschuhe für Sofabezüge. Waschbare Decken auf den Lieblingsplätzen sparen die meiste Arbeit.
Nebeneffekt: Die wöchentliche Pflegerunde ist die beste Gesundheitskontrolle, die es gibt. Knoten, Zecken, Umfangsvermehrungen und schmerzhafte Stellen fallen dabei auf, lange bevor sie zum Problem werden. Was darüber hinaus zur Vorsorge gehört, steht unter Vorsorge und Tiergesundheit.